winterthur

Setting

Sommer 2009. Ich treffe den Regisseur von «Being Azem» zum Gespräch in seiner Wohnung an der Stauffacherstrasse auf dem Schaffhauser Emmersberg. Ecksofa, 52-Zoll-Flatscreen, Holzregalkombination mit einer Sammlung von mehreren hundert DVDʼs und ein gerahmtes Plakat von Rocky neben der Balkontür: «His whole life was a million-to-one-shot». Hier lebt und arbeitet ein animal cinématographique. Ein Autodidakt. Der Kroato-Schweizer Tomislav Meštrović hat nie eine Filmschule besucht und drehte dennoch einen Dokumentarfilm ab, der vom Schweizer Fernsehen koproduziert worden ist.

Am Abend zuvor läuft Rocky auf SF1. Nachdem wir zwanzig Minuten über eventuelle Gemeinsamkeiten des Boxfilm-Klassikers mit «Being Azem» diskutiert haben, behauptet Tomislav: «Das ist doch genau der Traum, den jeder Mensch verfolgt. Etwas zu erreichen, das dir niemand zugetraut hat. Sich ein Ziel zu setzen und es gegen alle Hindernisse und Hürden zu erreichen. Rocky verkörpert das: Er ist am Boden und schafft es von dort in den Ring. Er bringt den unbesiegbar scheinenden Weltmeister an den Rand einer Niederlage. Er verliert zwar, doch er gewinnt etwas anderes: die Achtung der Welt.»

Weiterlesen...

 
Powered by Tags for Joomla