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In seinem ersten Buch «Radikal» (Rezension in Lappi 2/2010) war Jon Ronson auf der Spur der grossen Verschwörung. Doch diese Spur führte ihn vor allem zu Leuten, die glauben, die grosse Verschwörung enttarnt zu haben. In seinem neusten Werk ist Ronson nicht einer organisierten, sondern einer biologischen Verschwörung auf der Spur. Er geht der These nach, dass sich unter Führungspersonen ein überdurchschnittlicher Anteil an Psychopathen befindet. Allerdings ist der Aufhänger wie in «Radikal» ein Versprechen, das nur am Rande eingelöst wird. Im grössten Teil des Buches geht es darum, wie sich die Diagnose und Behandlung psychischer Störungen verändert hat und wie Bruchstücke der psychologischen Forschung, wie der titelgebende Psychopathen-Test, zu Werkzeugen der Strafverfolgung wurden.

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Peter Ulrich erhielt 1987 als erster Professor für Wirtschaftsethik im deutschsprachigen Raum den Auftrag, über den Tellerrand der Ökonomie hinauszublicken. Ulrich ist kein radikaler Systemkritiker, aber er betont die gesellschaftlichen Aspekte des Liberalismus – der dominierenden Denkweise der ökonomischen Zunft.

Der Liberalismus trägt die Freiheit im Namen. Der ökonomische Mainstream meint damit die Freiheit des Marktes. Die ermögliche aber lediglich die ungestörte Ausübung der Marktmacht der Besitzenden. Das hält Ulrich für undemokratisch. In einer Marktwirtschaft, die auch eine Demokratie ist, müsse die Wirtschaftsfreiheit wie andere Freiheitsrechte so ausgestaltet sein, dass sie allen zugute komme, denn «freie Bürger kommen vor dem freien Markt». Zwar solle die Politik Rahmenbedingungen setzen, in denen ein möglichst effizientes Wirtschaften möglich ist.

Wer aber vergisst, die Frage zu stellen, wessen Ziele effizient erreicht werden sollen, beginne überall ökonomische Sachzwänge zu sehen. Wer glaubt, dass der Markt dann am besten funktioniert, wenn er frei von gesellschaftlicher Verantwortung ist, könne die Schuld für wirtschaftliche Probleme nur beim Staat (zu hohe Steuern) oder beim Bürger (zu hohe Löhne) sehen.

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Nach der Krise ist vor der Krise. So könnte man den Titel des Buches von Roger de Weck, designierter Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG), ergänzen. Auf knappen 112 Seiten übt er sich in fundamentaler Kritik an der heutigen Wirtschaftsordnung. «Die Weltwirtschaft erfüllt ihre Kernaufgabe nicht, nämlich die Menschen zu ernähren», zitiert er Nobelpreisträger Amartya Sen. Und erklärt mit den Worten von John Kenneth Galbraith: «Eine mächtige Firma hat den Markt nach besten Kräften den eigenen Planungszielen dienstbar gemacht.» Die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse spielt dabei nur eine sekundäre Rolle. Die Massnahmen, die nach der Krise breit diskutiert wurden, hält de Weck für zu kurzsichtig.

Es sind keine bahnbrechenden Erkenntnisse und auch keine Patentlösungen, wenn Roger de Weck in seinem Buch unter anderem festhält, dass es eine Weltwirtschafts- und Währungspolitik brauche, dass Kooperation ebenso wichtig sei wie Konkurrenz oder dass man Spekulationen da verbieten müsse, wo sie Schaden anrichten. Aber es ist eine pointierte Zusammenfassung der Lehren, die aus der Krise gezogen werden könnten. Und vor allem will das Essay eines: den Kapitalismus in der heutigen Form zur Diskussion stellen. «Ist der Kapitalismus eine Religion, war der Markt bis vor kurzem unfehlbar wie der Papst.» Dass dieser Zustand nach der Krise wieder eintritt, dagegen schreibt de Weck an. «Gegenwärtig wächst die Sorge , ein Teil der Finanzwelt sei nicht nur unbelehrbar, sondern auch unbezwingbar und werde früher oder später eine zweite, grössere Katastrophe auslösen.»

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Die 225 reichsten Menschen besitzen mehr, als die ärmere Hälfte der Welt. Als ehemaliger Chefstatistiker des Kantons Zürich kennt Hans Kissling die Zahlen, die belegen, dass die Vermögen in der Schweiz, die als entwickeltes, demokratisches Land mit breitem Mittelstand gilt, sogar noch ungleicher verteilt sind als im weltweiten Durchschnitt. Im Kanton Zürich besitzen die reichsten drei Personen mehr Vermögen als die ärmere Hälfte aller Steuerpflichtigen. Die hundert Reichsten besitzen gleich viel wie 550'000 oder drei Viertel aller Steuerpflichtigen.

Doch Kissling liefert nicht nur Zahlen, er bezieht auch Stellung. Die Eigentumsordnung der Marktwirtschaft hält er für gerechtfertigt, wenn nur die persönlichen Fähigkeiten darüber bestimmen, wer für Führungspositionen ausgewählt wird und hohe Einkommen erhält. Eine Marktwirtschaft, in der Chancengleichheit herrscht, steht im Gegensatz zum Feudalismus, wo die Höhe der Einkommen davon abhängt, in welche Familie man hineingeboren wurde.

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Islamisten, die mit Coca Cola-Spendendosen Geld für den Jihad sammeln. Ku-Klux-Klan Anführer, die sich das N-Wort verbieten. Jon Ronson trifft Extremistenführer der westlichen Welt.

In jeder Extremistengruppe stösst Ronson auf die Überzeugung, dass eine kleine Elite das Weltgeschehen lenkt. Er macht sich auf die Suche nach der Kommandozentrale dieser Elite. Dabei schleicht er sich mit Verschwörungstheoretiker Alex Jones in eine Ferienresidenz für Gutbetuchte, wo er ein okkultes Eulenritual beobachtet und wird von Sicherheitsleuten verfolgt, als er sich in Spanien zu nahe an den vor der Öffentlichkeit verborgenen Austragungsort einer Bilderberg-Konferenz heranwagt.

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Seit der französischen Revolution ist die Unterscheidung zwischen «Links» und «Rechts» ein prägendes Merkmal der Politik. Obwohl jeder politisch Interessierte weiss, wo in diesem Spektrum er steht, gehen die Meinungen, was denn nun links oder rechts ist, auseinander.

Im Umfeld der 2006 gerade im Entstehen begriffenen deutschen Partei «Die Linke» hat der Philosoph Michael Brie zusammen mit dem Geschichtswissenschaftler Christoph Spehr einen Grundlagentext verfasst. Angesichts der historischen Erfahrungen mit dem gescheiterten Sowjetkommunismus und der zunehmend in die politische Mitte abdriftenden Sozialdemokratie fragen sie sich, welche Elemente die Basis zeitgemässer linker Positionen sind.

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