Rezension
Die 225 reichsten Menschen besitzen mehr, als die ärmere Hälfte der Welt. Als ehemaliger Chefstatistiker des Kantons Zürich kennt Hans Kissling die Zahlen, die belegen, dass die Vermögen in der Schweiz, die als entwickeltes, demokratisches Land mit breitem Mittelstand gilt, sogar noch ungleicher verteilt sind als im weltweiten Durchschnitt. Im Kanton Zürich besitzen die reichsten drei Personen mehr Vermögen als die ärmere Hälfte aller Steuerpflichtigen. Die hundert Reichsten besitzen gleich viel wie 550'000 oder drei Viertel aller Steuerpflichtigen.
Doch Kissling liefert nicht nur Zahlen, er bezieht auch Stellung. Die Eigentumsordnung der Marktwirtschaft hält er für gerechtfertigt, wenn nur die persönlichen Fähigkeiten darüber bestimmen, wer für Führungspositionen ausgewählt wird und hohe Einkommen erhält. Eine Marktwirtschaft, in der Chancengleichheit herrscht, steht im Gegensatz zum Feudalismus, wo die Höhe der Einkommen davon abhängt, in welche Familie man hineingeboren wurde.