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Ratlosigkeit bei Stadtrat Urs Hunziker (FDP): Nach der erneuten Ablehnung der Schul­leitungen steht er vor einem Scherbenhaufen – Patentlösungen gibt es keine.

Herr Hunziker, nach dem kantonalen Nein zu den Schulleitungen stehen wir vor einem Scherbenhaufen. Die Schulleitungen wären für viele Projekte wie integrative Schulformen oder die gegliederte Sekundarstufe I die Voraussetzung gewesen.
Ich würde es nicht als Scherbenhaufen bezeichnen. Aber es ist schon sehr ärgerlich. Wenn wir die Schulleitungen hätten einführen können, dann gäbe es sehr viel weniger Probleme.
Erneut sind die Schulleitungen mit einem eher knappen Resultat gescheitert. Bei der letzten Abstimmung – 2008 in der Stadt Schaffhausen – waren es auch Mitglieder aus Ihrer Partei, die sich gegen die Schulleitungen stellten. Konnten Sie die eigenen Mitglieder nicht überzeugen, wie wichtig Schulleitungen sind?
Die Gegenwehr kam nicht nur aus den Reihen unserer Partei, sondern vor allem von der SVP. Das hat dazu beigetragen, dass die städtische Abstimmung gescheitert ist. Am meisten enttäuscht mich, dass dieselben Leute, die damals auf den Kanton warten wollten, jetzt – als der Kanton diesen Schritt machen wollte – erneut gegen die Schulleitungen waren.
Vom Kanton gibt es nun kein Geld für die Schulleitungen. Der Stadtrat hat nicht überzeugt. Lag es an zu schlechter oder zu wenig Öffentlichkeitsarbeit, dass die Bevölkerung die Vorlage abgelehnt hat?

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Für alle Lesefaulen in der Region Schaffhausen: Der Lappi kann ab sofort auch gehört werden. Hier eine Kostprobe mit dem Editorial der neuen Ausgabe. Realisiert wurde die Aufnahme von Philipp Lippuner. Besten Dank an dieser Stelle für den Einsatz!


Thomas Leuzinger und Marlon Rusch über den viralen Widerstand und das Bärentöten.

Schaffhausen, 2012. Ein anonymer Freiheitskämpfer kämpft mittels Facebook und Twitter gegen die komplette Medienkontrolle. Er, der sich als Gegengift zum Verleger der «Schaffhauser Nachrichten» sieht und dem wachsenden Unmut gegenüber dem Titel des Meier-Verlags ein Ventil geben will, ist die neue Maske des Widerstandes: Jarbert Janinger. J wie Jihad, der lokale Bruder von V wie Vendetta.

Der neunte Lappi ist ab sofort erhältlich

 

Der neue Lappi ist gedruckt! Im Dossier geht es diesmal um die Schaffhauser Beizen. Und damit auch um die Beizenkultur, die in der Region seit 1000 Jahren besteht.

Der Lappi ist in der Fassbücherei an der Webergasse und in den unabhängigen Kiosken am Löwengässchen, an der Vorstadt und am Freien Platz erhältlich. Wenn Du das Magazin gerne regelmässig lesen möchtest, kannst Du es hier abonnieren.


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Rezension.

Zeise – Gründungsmitglied und Kolumnist der Financial Times Deutschland – betrachtet den Finanzmarkt aus marxistischer Perspektive: Kapital ist sich vermehrendes Eigentum. Damit Eigentum sich selbst vermehren kann, muss es ein gesellschaftlich anerkanntes Zahlungsmittel geben. Damit ist Geld als Kern des Kapitalismus identifiziert. Für Marx war Geld eine Ware, die ihren Tauschwert durch Arbeit erhält, beispielsweise Gold, das in Minen abgebaut wird. Papiergeld und Geldanlagen waren für ihn kein Geld, sondern fiktives Kapital. Heute sind Schuldscheine zum offiziellen Zahlungsmittel geworden. Vom einfachen Bankguthaben bis zum komplexen Finanzprodukt sind alle Geldvermögen Kredite und erheben Anspruch auf einen Anteil am Profit. Kreditgeld ist dem Wachstumsbedürfnis des Kapitals angepasst. Im Gegensatz zur Goldproduktion kann die Kreditmenge beliebig ausgeweitet werden. Mit der wachsenden Kreditmenge steigt der Anteil des gesellschaftlich geschaffenen Mehrwerts, der an das Geldkapital abfliesst und der Anteil, der für den Konsum übrig bleibt, schrumpft. Es kommt zur Wirtschaftskrise.

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Schweiz 5 heisst «Bürgerlich und Sport». Sie kennen den TV-Sender nicht? Nicht so schlimm, wir haben den Sonderling für Sie besucht.

Schweiz 5 bringt Sportereignisse wie Truck-Rennen, Astrologie- und Sexualberatungen sowie einige Talkformate politischen Inhalts, wobei überwiegend mit SVP-Politikern diskutiert wird. Schweiz 5 zu empfangen ist nicht schwer. Der Sender ist auf fast allen Digitalnetzen des Landes aufgeschaltet. Schweiz 5 zu finden ist schon deutlich schwerer. Das Signal kommt von irgendwo in Langenthal.

Dort angekommen, fällt auf: Es stinkt ge­waltig. Nach verfaulten ­Eiern und Schlimmerem. Unmittelbar an den Bahnhof Langenthal Süd grenzt ein ausgedehntes Einfamilienhausquartier. Auf der anderen Seite sind die Kartoffelfabriken und irgendwo in der Nähe wohl auch eine Kläranlage. Aber wo ist Schweiz 5? Wir stehen vor einem riesigen, verglasten Neubau. Unten Autowerkstatt, oben Restaurant und Bowlingbahn. Ein Unterhaltungszentrum an der Peripherie.

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Die kleinen Parteien wurden vor den nationalen Wahlen überschätzt. Bei den kommenden regionalen Wahlen werden sie besser abschneiden.

Die Wahlen sind vorbei: Es ist Zeit für eine kleine Auswertung der Wahlprognosen, die uns die VertreterInnen der Schaffhauser Parteien vor den nationalen Wahlen zukommen liessen (siehe Lappi 7/September).

Die Nationalratswahlen boten keine Überraschung, das zeigen auch die Prognosen. Einzig Markus Bührer von den Jungfreisinnigen war der Auffassung, dass es einen Wechsel geben würde: Er glaubte, Christoph Schärrer (FDP) könnte Hans-Jürg Fehr (SP) den Sitz streitig machen, wovon er allerdings weit entfernt blieb. Bührer war es denn auch, der insgesamt am schlechtesten abschnitt und bei den Prognosen insgesamt um 49 Prozentpunkte daneben lag.

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Eine der aktivsten Schweizer Organisationen für die Rechte der Homosexuellen ist der Verein «Queerdom» aus Schaffhausen.

Schaffhausen ist eine gute Stadt für Homosexuelle. Das sagt Michael Läubli, der Präsident von Queerdom. «Das liegt wohl daran, dass der Einfluss der Kirche hier eher gering ist. In Schaffhausen hatten wir noch nie Probleme an unseren Aktionen, hingegen wurde ich in Luzern wie auch in St. Gallen – beides streng katholische Gebiete – arg beschimpft.»

Queerdom wurde 2008 unter anderem von Präsident Läubli und Pressesprecher Ronny Bien gegründet, nachdem die beiden fünf Jahre lang Szenepartys unter dem Namen « Schwöstere-Alaaarm» organisiert hatten. Der Verein sei einer der aktiveren in der Schweiz, wenn nicht sogar der aktivste, sagt Läubli. Queerdom habe in seiner noch jungen Geschichte schon einiges Aufsehen erregen können in der Szene. Mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit und politischen Aktionen wie Unterschriftensammlungen – zuletzt für die Petition «Gleiche Chancen für alle Familien». «Auch in Schaffhausen braucht es Vereine wie uns, als Anlaufstelle für Probleme etwa, oder als Bindeglied zwischen den Mitgliedern und den verschiedenen Dachorganisationen», meint Läubli.

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Nicht alle wollen homo­sexuellen Menschen gleiche Rechte zu­gestehen wie heterosexuellen. Einer, der sich vehement gegen die Gleichstellung wehrt, ist EDU-Kantonsrat Erwin Sutter.

Die Rechtskomission des Ständerates hat sich vor kurzem für das Adoptionsrecht für alle erwachsenen Personen ausgesprochen. Sind Sie dafür, dass dies möglich sein soll?
Erwin Sutter: Nein. Ich habe mich schon 2005 bei der Abstimmung über das Partnerschaftsgesetz entsprechend geäussert und war auch gegen das Gesetz. Damals hatte man versprochen, dass die homosexuellen Paare keine Kinder adoptieren oder durch medizinische Massnahmen – künstliche Befruchtung zum Beispiel – Kinder zeugen können. Das war eine der Voraussetzungen, weshalb die Bevölkerung dem Gesetz zugestimmt hat.
Was spricht denn gegen die Adoption durch Homosexuelle?
Ich sehe es vor allem aus Sicht der Kinder. Ein Kind braucht Vorbilder, um sich zu entwickeln. Ein Mädchen kann nur zur Frau werden, wenn es eine Frau als Vorbild hat. Auch als Mann hat man bei der Identitätsfindung ein Problem, wenn man bei zwei Frauen aufwächst. Eine intakte Familie mit Vater und Mutter ist nach wie vor das beste Umfeld für ein Kind. Ausserdem besteht die Gefahr, dass das Kind deswegen auch homosexuell wird. Ich will, dass niemandem vorenthalten wird, ein normales, heterosexuelles Leben führen zu können. Wenn man vor der Wahl steht, ein Kind einem heterosexuellen oder homosexuellen Paar zu geben, würde ich klar sagen, dass es dem Kindeswohl wesentlich besser dient, wenn es zu einem heterosexuellen Paar kommt.
Bei einer alleinerziehenden Mutter würde dem Kind auch der väterliche Einfluss fehlen. Ist es nicht diskriminierend, dass Homosexuelle nicht adoptieren dürfen?